Natursteine und Denkmalpflege
Meisterlehrgang und Lehrstellen im Steinbildhauerhandwerk
Meister im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
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Lehrstellen im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk
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Sächsische Steinmetze ernten Früchte des ersten Winters
Positive Bilanz der Weiterbildungen im Winterhalbjahr
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In einem Kurs des Gemeinnützigen Fördervereins des Steinmetz- und
Bildhauerhandwerks e.V. in Demitz-Thumitz lernten die Teilnehmer das Modellieren eines Kopfes nach lebendem Modell. Steinmetzin Christin Theurich (21) aus dem oberfränkischen Hausen formt mit behutsamer Hand die Oberfläche ihres Modells aus Ton. |
Seit August des letzten Jahres ist der „Gemeinnützige Förderverein des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks e.V.“ mit Sitz im sächsischen Demitz-Thumitz ein eigenständiger Bildungsträger und nach DIN EN ISO 9001:2000 auch als solcher zertifiziert. Seine Hauptaufgabe sieht er im Angebot von Weiterbildungs- und Qualifikationsmöglichkeiten für Steinmetze und Bildhauer sowie in der Vermittlung von Zusatzqualifikationen für Lehrlinge. Der Verein arbeitet eng mit der Sächsischen Steinmetzschule in Demitz-Thumitz und den Mitgliedsinnungsverbänden des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks zusammen.
Erstmals wurde ein kleines Bildungsprogramm in gedruckter Form heraus gegeben. Den Auftakt zur „Winterakademie“ gab im November eine Exkursion „Auf den Spuren des sächsischen Marmors“ in Zusammenarbeit mit dem Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. Rund 50 Teilnehmer lauschten im Tagungshotel „Drei-Brüder-Höhe“ in Marienberg hochinteressanten Vorträgen zu „Vorkommen und Verwendung sächsischen Marmors aus heutiger Sicht“ und zur „Verwendung von sächsischem Marmor an Baudenkmalen im sächsischen Raum“. Nach einer bauhistorischen Stadtführung in Marienberg erlebten unsere Steinmetze eine traditionelle Mettenschicht im historischen Kalkbergwerk Lengefeld und ließen den Abend zünftig mit Musik, Gesang und natürlich auch mit dem notwendigen Nass ausklingen.
Der Lehrgang zur Vorbereitung auf die von der Handwerkskammer Dresden geprüfte Ausbildereignung, welche ab Januar geplant war, musste wegen zu geringer Beteiligung leider abgesagt werden. Allerdings möchten wir in diesem Zusammenhang noch einmal darauf hinweisen, dass die Aussetzung der Ausbilderverordnung zwar bis zum 31. Juli 2009 verlängert wurde, danach aber eine überarbeitete Verordnung in Kraft treten wird. Weiterhin sei auch noch einmal gesagt, dass die Teilnahme an diesem Vorbereitungslehrgang nicht an einen Berufsabschluss als Steinmetz gebunden ist, sondern allen Berufsgruppen offen steht.
Die beiden Lehrgänge zur „Grabmalsymbolik und deren Anwendung“ sowie über das „Modellieren eines Kopfes nach lebendem Modell“ wurden gut besucht. Erfreulich war die breite Resonanz bis in die alten Bundesländer. Für das Modellieren sollten sich die Steinmetze allerdings mehr zutrauen. Einige sind dem Lehrgang wohl nur fern geblieben, weil sie die vermeintlich zu hohen Anforderungen abgeschreckt haben.
Schon bald folgt eine neue interessante Bildungsveranstaltung. In Zusammenarbeit mit dem Landesinnungsverband des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks Sachsen plant der Gemeinnützige Förderverein innerhalb seiner „Sommerakademie“ eine Fachstudienreise vom 30. April bis zum 4. Mai 2008 zu den weltberühmten Marmorsteinbrüchen nach Carrara, mit Abstechern nach Pisa und an die Ligurische Küste. Die Reiseleitung wird der bayrische Landesinnungsmeister Mando Kramer übernehmen. Auch hier ist die Teilnahme nicht an den Steinmetzberuf gebunden.Wer Interesse an der italienischen Kulturlandschaft und an der Marmorverarbeitung hat, kann sich zur Reise anmelden.
Nach der Sommerpause steht als großes Jubiläum der 100. Jahrestag der Gründung der Sächsischen Steinmetzschule in Demitz-Thumitz an. Hierzu wird es eine Festwoche mit gleichzeitig stattfindendem „Mitteldeutschen Natursteintag“ zwischen dem 22. und 27. September geben. Für das große Ereignis ist die Herstellung eines 30minütigen Dokumentarfilms über die Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer geplant. Eine Filmemacherin ist gefunden, das Drehbuch geschrieben. Sponsoren für das Filmprojekt sind jederzeit herzlich willkommen. Als Resümee des vergangenen Bildungshalbjahres lässt sich sagen, dass die Früchte des ersten Winters die Existenz eines neuen Bildungsträgers auf diesem Gebiet durchaus rechtfertigen, der eingeschlagene Weg daher auch ausgebaut wird.
Andreas Fels
Pressesprecher
Landesinnungsverband des Steinmetz-
und Bildhauerhandwerks Sachsen
Kontakt:
Gemeinnütziger Förderverein des Steinmetz-
und Bildhauerhandwerks e.V.
August-Bebel-Str. 17
01877 Demitz-Thumitz
Tel./Fax: 03594 705978
www.steinmetzschule.de
Anmeldung für die Italienreise:
Landesinnungsverband des Steinmetz-
und Bildhauerhandwerks Sachsen
Frau Hilke Domsch
Dorfstraße 124
09623 Frauenstein / OT Nassau
Tel.: 03731 305923
www.stein-liv-sachsen.de
Programm und Anmeldung hier zum Download ![]()
Auch durch Steine wird man klug
Die Steinmetze und Bildhauer haben jetzt ihren eigenen Bildungsträger.
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Nicole Schimmel, eine junge Steinmetzin, ziert die Titelseite der Broschüre „Winterakadmie 2007/2008“. Foto: Bennert Restaurierungen GmbH |
Es ist kein leichtes Unterfangen, in der heutigen Zeit einen neuen Bildungsträger auf dem Markt zu etablieren. Der „Gemeinnützige Förderverein des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks e.V.“ hat diesen Schritt nun gewagt. „Die Zertifizierungsrichtlinien zu erfüllen, wonach auch Bildungsträger den hohen Anforderungen der Dienstleistungsbranche entsprechen müssen, war eine aufwendige Arbeit“ sagt Hilke Domsch, Geschäftsführerin des Vereins. Die 39jährige Betriebswirtin ist Organisatorin und Dozentin in einer Person. Erst kürzlich wurde das erste Bildungsprogramm mit dem Titel „Winterakademie 2007/2008“ fertig gestellt. Es richtet sich an alle Steinmetze und Bildhauer in ganz Sachsen und darüber hinaus. „Auch Teilnehmer aus anderen Bundesländern sind uns herzlich willkommen“ fügt Domsch hinzu. Das Bildungsangebot umfasst zum Beispiel theoretische Lehrgänge über neue Regelungen im Handwerk und im Bauwesen; die Möglichkeit, sich auf die Ausbildereignungsprüfung vorzubereiten; aber auch sehr praktische Inhalte, wie das Modellieren eines
menschlichen Kopfes. Die Dozenten kommen überwiegend selbst aus dem Steinmetzberuf und geben ihr Wissen nun weiter. Der Vorsitzende des Vereins, Steinbildhauermeister Andreas Geith aus Dresden, formuliert den Auftrag so: “Wir wollen uns als kompetenter Ansprechpartner in Fragen der Weiterbildung für alle Steinmetze und Steinbildhauer präsentieren. Ohne ein beständiges Aufnehmen neuen Wissens geht auch in unserer Branche nichts mehr.“ Und Geith weiß, wovon er spricht. Seit 1998 lehrt er unter anderem als Dozent der Denkmalpflege in Venedig. Für hiesige Interessenten liegt der Quell des Wissens allerdings wesentlich näher. Der Sitz des Fördervereins der Steinmetze und Bildhauer befindet sich in Demitz-Thumitz, im Landkreis Bautzen. Dort ist auch die Sächsische Steinmetzschule angesiedelt, wo den Absolventen die lange Steinmetztradition auf Schritt und Tritt begegnet. Im Herbst des nächsten Jahres feiert die Schule ihr 100jähriges Bestehen. An die dortigen Lehrlinge im Steinmetzberuf ist ebenfalls gedacht. Die Zusatzqualifikationen etwa zum Erwerb des Gabelstaplerscheins oder zu Grundkenntnissen in der Denkmalpflege werden vom Förderverein angeboten. Ein wichtiges Feld ist auch die Ausbildung der Meisterschüler, wobei eng mit den einzelnen Steinmetzinnungen und der Handwerkskammer in Dresden zusammen gearbeitet wird. „Laut Handwerksordnung ist die Dresdner Kammer zuständige und damit auch prüfende Stelle. Deshalb wurde auch ein Mitarbeiter unseres Vereins in die Prüfungskommission zur Feststellung der Ausbildereignung berufen“ erklärt Hilke Domsch die Strukturen. Die sächsische Landeskonservatorin am Landesamt für Denkmalpflege, Professor Rosemarie Pohlack, sieht die neuen Bestrebungen ebenfalls sehr positiv. „Die Aus- und Weiterbildung sächsischer Steinmetze sollte auch in Sachsen stattfinden“, sagt sie im Hinblick auf die Umsetzung sächsischer Denkmalpflegeanforderungen mit entsprechenden Fachleuten im eigenen Land. Erfahrungsgemäß dauert es jedoch eine Weile bis sich ein neuer Bildungsanbieter am Markt behaupten kann. „Einerseits haben wir aber ein sehr spezifisches Angebot und andererseits wird letztlich wie überall die Qualität das Rennen machen“ ist Hilke Domsch zuversichtlich.
ANDREAS FELS
Kontakt
Gemeinnütziger Förderverein des Steinmetz- und Bildhauerhandwerks e.V., August-Bebel-Straße 17, 01877 Demitz-Thumitz, Tel./Fax: 03594 705978,
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